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Im Gebet verbunden


Bild: Myriam Zilles auf Pixabay
Beten verbindet uns mit Gott, der immer für uns da ist, auch wenn wir uns dessen nicht bewusst sind oder es nicht spüren. Ihm können wir anvertrauen, was uns bewegt. Mit ihm können wir reden, wie uns der Schnabel gewachsen ist. Lob und Dank finden bei ihm ebenso Gehör wie Klage und Bitte. Selbst unser Schweigen ist für ihn beredt. Die Heilige Schrift ist voll von diesen Erfahrungen. Das Buch der Psalmen, das Gebetbuch Jesu, bringt quasi jede menschliche Lebenslage und Erfahrung vor Gott ins Wort. Stöbern Sie gerne mal darin. Beten verbindet uns aber auch mit anderen Menschen. Einerseits mit denen, an die wir im Gebet denken. Andererseits mit denen, die mit und ohne unser Wissen zur gleichen Zeit beten.

Diese Verbundenheit mit Gott und mit anderen Betern und Beterinnen kann uns gerade in dieser Zeit, in der wir wegen der Corona-Pandemie auf physische gemeinschaftliche Nähe verzichten müssen, Kraft und Zuversicht geben und einen Raum bieten, in dem wir unsere Sorgen und Nöte, unsere Ohnmacht und auch unseren Ärger loswerden können.

In diesem Sinne:
„Please, hold the line!“ – „Die Verbindung wird gehalten!“

Einen Gebets-Raum bereiten
Für das eigene Beten kann es hilfreich sein, sich einen Raum dafür zu bereiten. Einerseits in Form einer Art Gebetsecke mit einem Kreuz oder religiösem Bild und einer Kerze. Anderer-seits in Form von festen Zeiten/einer festen Zeit, die Sie sich im Laufe des Tages nehmen, um mit Gott und/oder anderen im Gebet in Verbindung zu treten.

Gemeinschaftliches Gebet
Zum gemeinschaftlichen Gebet kann man sich auch in dieser Zeit verabreden, nur die Formen sind jetzt sinnvollerweise andere. Einzelne oder Hausgemeinschaften können sich über Terrassen, Gartenzäune, Balkone hinweg betend verbinden. Indirekter funktioniert das durch eine miteinander abgesprochene Zeit, in der in der Pfarrei oder darüber hinaus gemeinsam jede*r für sich zu Hause betet. Verschiedene Initiativen dazu sind schon entstanden, oft damit verbunden, zu der verabredeten Zeit eine Kerze ins Fenster zu stellen. Auch über die modernen Kommunikationsmittel kann man sich zum gemeinsamen Gebet treffen, indem man sich über Telefon- bzw. Videokonferenz oder per Messengerdienste miteinander verbindet.

Gebete und Gebetsimpulse
Auch wenn wir mit Gott sprechen können, wie es uns in den Sinn kommt, kann es hilfreich sein, vorformulierte Gebete und Gebetsimpulse aufzugreifen. Hier finden sie solche:

  • Das Gotteslob, das katholische Gebet- und Gesangbuch, bietet unter den Nummern 2-22 Grundgebete und Gebete für verschiedene Situationen und Anlässe. Die Kapitel „Andachten“ (Nr. 672-680) und „Litaneien“ (Nr. 556-569) laden ebenso so zum Beten ein wie auch die Psalmen im Gotteslob. Sie finden sie einerseits unter den Nummern 30-80, andererseits in den Tagzeitenliturgien unter den Nummern 613-667. Eine Liste der abdruckten Psalmen ist auf dem Verzeichnis vor Nr. 30 aufgeführt. Die Liste mit den Psalmenliedern im Gotteslob steht auf Seite 1275f., Ausgabe für die (Erz-)Bistümer Hamburg, Hildesheim und Osnabrück.
  • Die Grundgebete gibt es auch online auf der Homepage des Schweizer Liturgischen Instituts.
  • Das Buch der Psalmen steht online in verschiedenen Bibelübersetzungen bspw. über Bibleserver.com zur Verfügung.
  • Die irischen Jesuiten bieten mit Sacred Space ein tägliches Online-Gebet (in 23 Sprachen) an.
  • Einen ignatianischen Tagesrückblick mit Namen „Herzschlag“ zum Anhören haben junge Leute entwickelt und stellen ihn im Internet und auf Instagram zur Verfügung.
  • Die Initiative Einfach gemeinsam beten lädt ein, sich in ein Gebetsnetzwerk einzuklinken.
  • Das Bistum Münster hat hier Gebetsvorschläge zusammengestellt, das Liturgische Institut der deutschsprachigen Schweiz hier.

Mit der Kirche beten: Tagzeitenliturgie/ Stundengebet
„Betet ohne Unterlass!“ (1 Thess 5,17) Dazu ruft Paulus auf. Die Gemeinden der ersten Jahr-hunderte haben sich in seinem Sinne vor allem morgens und abends zum gemeinsamen Gebet versammelt. Daraus hat sich die Tagzeitenliturgie/das Stundengebet entwickelt, das bis heute in Klöstern und geistlichen Gemeinschaften regelmäßig gefeiert wird. Mit diesem Gebet der Kirche kann sich jede*r auch zu Hause verbinden.

  • Im Gotteslob finden Sie Modelle zu Laudes/Morgenlob, für eine Statio während des Tages, zu Vesper/Abendlob und Komplet/Nachtgebet unter den Nummern 613-667.
  • Gestaltete Gebetszeiten mit dem Gotteslob stellt die Diözese Linz hier zur Verfügung.
  • Das katholische Stundenbuch gibt es online und als App.
  • Die Abtei Maria Laach bietet täglich mit Heute in TeDeum online Texte für ein Morgenlob, eine Schriftlesung (am Mittag) und ein Abendlob.
  • Zum ökumenischen Morgengebet #twaudes und Abendgebet #twomplet kann man sich auf Twitter treffen.
  • Die Benediktiner der Erzabtei St. Ottilien übertragen live ausgewählte Gottesdienste.
  • Die Gemeinschaft von Taizé überträgt ihr Abendgebet um 20:30 Uhr live.

Anregungen für Familien finden Sie in Kürze hier.

Weitere Anregungen finden Sie zudem bei den Liturgischen Instituten Deutschlands und der deutschsprachigen Schweiz. Viele Gemeinden entwickeln auch im Bereich Gebet kreative Ideen, um Gemeinschaft trotz körperlicher Distanz zu stärken. Deshalb lohnt es sich in der Regel, auf der Homepage der eigenen Pfarrei/Pfarreiengemeinschaft vorbeizuschauen oder auch auf der Internetpräsenz anderer Bistümer zu stöbern. Wenn Sie selbst eine gute Idee haben oder auf eine hinweisen möchten, können Sie diese über unsere Initiative #bistumos-nada teilen und dort auch die Ideen anderer entdecken.

Do, 02. April 2020

Themen: Bibel | Corona | Frauen | Gottesdienst | Männer | Liturgie
Abteilung: Seelsorge: Glaubensräume

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