Gemeinsame Lösungen in der Flüchtlingspolitik

Aus Anlass der Sondersitzung des Landtags zum Thema „Flüchtlinge in Niedersachen“ am heutigen Donnerstag (10. September 2015) äußern sich die katholischen Bischöfe Niedersachsens, Bischof Franz-Josef Bode (Osnabrück), Bischof Norbert Trelle (Hildesheim) und Weihbischof Heinrich Timmerevers (Vechta) am Rande einer Sitzung in Osnabrück wie folgt:

(Bild: fotolia.de, DDRRockstar)
Die niedersächsischen Bischöfe machen sich für gemeinsame Lösungen in der Flüchtlingspolitik stark. (Bild: fotolia.de, DDRRockstar)
Wir wünschen uns von den Politikern aller Parteien ein ernsthaftes gemeinsames Bemühen um Lösungen für die aktuellen Herausforderungen wie beispielsweise die Schaffung ausreichender und „winterfester“ Unterkünfte für die Flüchtlinge, Sprachunterricht und die unbürokratische Vermittlung von Arbeit unter fairen Bedingungen. Die jüngsten Beschlüsse der Landesregierung sind dazu sicher ein erster wichtiger Schritt.

Zugleich warnen wir davor, das individuelle Grundrecht auf Asyl gegen das Thema der Arbeitsmigration auszuspielen. Deutschland braucht eine Neugestaltung der Zuwanderung mit einfachen, transparenten und unbürokratischen Regeln. Ein neues Einwanderungsgesetz kann Deutschland als offenes Land zeigen und zugleich den Druck der illegalen Migration mindern.

Auch in Niedersachsen gibt es eine sichtbar große Bereitschaft der Bevölkerung, Flüchtlinge willkommen zu heißen und ihnen beizustehen. Unsere Politik muss die Rahmenbedingungen für eine umfassende Willkommenskultur schaffen – und zwar nicht nur für die Menschen, die dem Land und seinem Wohlstand nutzen. Menschen dürfen nie auf ihren Nutzen reduziert werden. Das ist menschenunwürdig und unchristlich. In erster Linie muss der Schutz den Schwachen und Verletzten an Leib und Seele gelten, die Krieg und Terror entflohen sind. Diese Herausforderung muss Deutschland und muss Niedersachsen annehmen. Auch wir als Kirche leisten unseren Beitrag dazu.

Do, 10. September 2015

Themen: Bischof | Flüchtlingshilfe
Abteilung: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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