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Katholische Kitas: wichtige Orte im pastoralen Netzwerk

Frau Grote, was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Erkenntnisse der Studie?
Kindertagesstätten sind spezielle pastorale Orte. Vom Verständnis des Zweiten Vatikanischen Konzils entsteht Kirche eben dort, wo Menschen aus ihrem Glauben heraus Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute teilen, besonders der Armen und Bedrängten aller Art. Und den "Menschen von heute" kann man natürlich gerade in den Kindertagesstätten sehr gut begegnen: in der Vielfalt der Lebenssituationen, in denen sich Familien heute befinden. Insofern sind Kindertagesstätten aus sich heraus Orte, an denen Glaube und Kirche lebendig sein wollen. Alle, die hier arbeiten und Zeit verbringen, sind mit ihrem Glauben, ihrer Zuwendung zum anderen Menschen gefragt!

(Bild: fotolia.de, Dan Race)
Frühkindliche Bildung, die Erziehern und Kindern Spaß macht (Bild: fotolia.de, Dan Race)
Damit Kindertagesstätten lebendige pastorale Orte werden und bleiben, braucht es die Begleitung und die Unterstützung bei der Reflexion der eigenen Glaubenspraxis durch das Pastorale Team der Pfarrei bzw. Pfarreiengemeinschaft. Die strukturell größer werdenden Pfarreien bzw. Pfarreiengemeinschaften könnten dabei durchaus auch Chancen bieten, weil sie bei richtiger Planung mehr Kompetenzen zu bündeln vermögen als eine kleinere Einheit.

Was zeichnet das Kita-Konzept des Bistums Osnabrück aus?
Kitas in kirchlicher Trägerschaft sind ein sehr bewusstes Angebot in die Gesellschaft hinein. Sie sind ein pastoraler Ort, an dem Kirche und die konkrete Gemeinde "erfahrbar" und "antreffbar" ist. In unserem Bistum entwickeln die Kitas unter dem Logo "Häuser für Kinder und Familien" ein Angebot, das die vielfältigen Lebenssituationen junger Familien aufgreift, die aus unterschiedlichen Milieus, Kulturen, Religionen und Konfessionen kommen.

(Bild: fotolia.de, Christ Art)
Das Kirchenjahr ist ein beliebtes Thema in der katholischen Kita. Zum Beispiel zum Erntedankfest (Bild: fotolia.de, Christ Art)
Als Erziehungspartner der Eltern unterstützen unsere Einrichtungen diese z. B. durch flexible Betreuungszeiten, aber auch durch Begegnungs-, Begleitungs-, Beratungs- und Bildungsangebote. Diese werden in Vernetzung und Kooperation mit familienbezogenen Einrichtungen vor Ort angeboten.

Im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit steht immer das Wohl des Kindes. Es wird gefördert durch frühkindliche Bildung und durch das christlich geprägte Zusammenleben in der Einrichtung. Das Kirchenjahr bietet Orientierung und ermöglicht das Erleben eines christlich geprägten Alltags- und Feiertags, was in Familien immer seltener anzutreffen ist. Hier wächst eine Kultur, in der gebetet, gefeiert und nach Gott gefragt wird, Gemeinschaft erlebt wird und gegenseitiges Helfen selbstverständlich ist.

Erzieherinnen und Erzieher erfahren ebenso wie die Kita-Leitung durch einen Ansprechpartner im pastoralen Team der Gemeinde in ihrem eigenen Glauben und in der religionspädagogischen Arbeit Begleitung und Unterstützung. Darüber hinaus ist eine Mitarbeiterin aus dem pädagogischen Team der Kita berufenes Mitglied des Pfarrgemeinderates. So wird Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteurinnen und Akteuren in der Pfarrei bzw. Pfarreiengemeinschaft strukturell und inhaltlich fest verankert.

Mo, 15. September 2014

Themen: Kindertagesstätten
Abteilung: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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