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Christliche Flüchtlinge begleiten - vor Ort

Zur Familie der orientalischen Kirchen gehören verschiedene Kirchen, die von ihrer Struktur her selbstständig sind und jeweils Besonderheiten aufzeigen, aber grundsätzlich in Glaubenslehre und Liturgieverständnis dieselbe Linie vertreten. Ihre Entstehung geht auf innerkirchliche christologische Debatten im 4./5. Jahrhundert zurück. Diese Differenzen sind inzwischen durch ökumenische Dialoge in einen christologischen Konsens geführt worden.

Die katholischen Ostkirchen gehören zur katholischen Kirche und stehen somit in voller Gemeinschaft mit den Katholiken des lateinischen Ritus. Gleichwohl kann der Unterschied in Liturgie und Spiritualität zu einem Gefühl von Fremdheit führen: Der östliche Ritus besteht aus altkirchlichen Liturgieformularen, wird teils in altorientalischer Sprache gesungen, die Beteiligung der Gläubigen ist anders als im lateinischen Ritus nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, ebenso die Gestaltung des Kirchenraums. Wenn christliche Flüchtlinge aus dem Nahen Osten – gleich aus welcher Kirche – in Deutschland eine "typische" katholische Liturgie mitfeiern, erleben sie sie oft als nüchtern, wenig feierlich, wortzentriert, auch als kurz und knapp – eben als fremd. Dass Christen aus östlichen Kirchen wiederum auch kleine Kinder ganz selbstverständlich am Kommunionempfang teilhaben lassen, weil sie die Sakramente Taufe, Eucharistie und Firmung allesamt schon bei der Taufe empfangen, ist den westlichen Christen fremd und kann zu Irritationen in den Gemeinden führen.

Zu Ihrer Orientierung ...

… um eine schematische Übersicht über die verschiedenen Kirchen zu gewinnen:
  • Dieser Stammbaum der Kirchen zeigt Größe und Verwandtschaftslinien der Hauptkirchen aus den Herkunftsländern Geflüchteter – Osteuropa, dem Nahen Osten, Indien und Nordafrika. Das Bild des Baumes führt die Verästelung der Kirchenzweige vor Augen und hilft, die Herkunftskirchen von Flüchtlingen einzuordnen. Es ist keine Darstellung historisch gewachsener Beziehungen zwischen den Kirchen, die "westliche" Ökumene ist nur angedeutet. Erst recht ist damit nichts über die Relevanz der einzelnen Kirche und ihrer ökumenischen Verortung gesagt.
… um Basisinformationen und Hinweise zur pastoralen Begleitung zu bekommen:
  • Die Handreichung der Deutschen Bischofskonferenz Christen aus dem Orient ermöglicht eine Orientierung über christliche Kirchen im Nahen Osten und Nordafrika und gibt hilfreiche Hinweise zur pastoralen Begleitung. Die Namen der einzelnen Kirchen sind z.T. auch in der jeweiligen Sprache und Schrift angegeben. So können Sie im Kontakt mit Geflüchteten leichter herausfinden, zu welcher Kirche sie gehören.
  • Die orientalischen Kirchen in Deutschland haben sich zum Zentralrat Orientalischer Christen in Deutschland e.V. zusammengeschlossen. Auf seiner Homepage www.zocd.de finden Sie grundlegende Informationen über die einzelnen Kirchen.
… um Geflüchteten Kontakt zur Vertretung ihrer Kirche in Deutschland zu vermitteln:
  • Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Niedersachsen (ACKN) ist das ökumenische Netzwerk auf lokaler und regionaler Ebene. Die Homepage www.ackn.de bietet eine Broschüre mit kurzen Basisinformationen über alle Mitgliedskirchen. Unter der Überschrift "ack vor Ort" finden Sie außerdem Ansprechpartner/innen und Adressen von lokalen acks und Links zu deren Internetpräsenz.
  • Jetzt neu: Über die Homepage der ACK in Nordrhein-Westfalen ist nun auch eine Liste von Adressen und Ansprechpartnern der Gemeinden der orthodoxen Kirche, der orientalisch-orthodoxen Kirchen und der mit Rom unierten Ostkirchen in Nordrhein-Westfalen verfügbar.
… um den orientalischen und orthodoxen Kalender kirchlicher Feste zu kennen
  • Die verschiedenen Konfessionsfamilien legen ihren Feiertagen z.T. unterschiedliche Kalender zugrunde. Orthodoxe und Orientalische Kirchen, die sich nach dem alten (julianischen) Kalender richten, feiern die Feste 13 Tage später als die katholische und evangelische Kirche. Diese Feste nach dem julianischen Kalender sind mit * markiert. In Deutschland gelten sie v.a. für die russische, georgische und serbische Orthodoxe Kirche sowie die Syrisch-Orthodoxe Kirche. Die Konfessionsfamilien sind in der folgenden Darstellung farblich unterschiedlich markiert. Auf Ausnahmen, gerade mit Blick auf die Armenisch-Apostolische und die Koptisch-Orthodoxe Kirche, wird eigens hingewiesen. Hier haben wir eine Monatsübersicht über Fest- und Fastenzeiten für das Jahr 2018 erstellt. Die Übersicht geht zurück auf: Interreligiöser Kalender 2018, realisiert von der Christlich-Islamischen Gesellschaft Gesellschaft e.V., hg. v. Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen; www.mags.nrw.de
… um mit Flüchtlingen und für Flüchtlinge Liturgie zu feiern
  • Ein mehrsprachiges Andachtsbuch hat die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Niedersachsen zusammen mit dem Bistum Hildesheim und der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers erarbeitet.
    Hier finden Sie das Gebetbuch.
  • Einen Gottesdienstentwurf und Links etwa zum Weihnachtsevangelium in verschiedenen Sprachen finden Sie hier im Mitarbeiternetz: Hier geht's zum Artikel.
… um Hilfen zum christlich-muslimischen Gespräch zu bekommen
  • Wenn Flüchtlinge nach der Taufe fragen – Taufwunsch und Katechumenat muslimischer Flüchtlinge: Hier im Mitarbeiterportal finden Sie weitere Informationen. Hier geht's zum Artikel.
… um Engagierte in der Flüchtlingsarbeit zu unterstützen
  • Der Caritasverband im Bistum Osnabrück hält auf seiner Homepage einen umfangreichen Ratgeber mit Tipps und Informationen für (ehrenamtliche) Begleiter/innen von Flüchtlingen bereit
    Hier geht's zur Internetseite der Caritas.
...um den interkulturellen Austausch zu fördern
  • Die Interkulturelle Woche ist eine Initiative von Deutscher Bischofskonferenz, EKD und der griechisch-orthodoxen Metropolie. Sie findet seit 1975 jährlich statt als Kooperation von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften, Intergrationsbeiräten und -Beauftragten, Migratenorganisationen und Initiativgruppen. 2018 lautet das Motto "Vielfalt verbindet".

Kontakt für Rückfragen:
Bistum Osnabrück
Seelsorgeamt, Bereich Ökumene

Dr. Julie Kirchberg
Telefon: 0541-318-250
E-Mail:

Sekretariat: Stefanie Plois
Tel.: 0541 318-253
E-Mail:

Mo, 12. Februar 2018

Themen: Flüchtlingshilfe | Ökumene | Interreligiöser Dialog | Weltkirche
Abteilung: Seelsorge: Übergemeindliche Pastoral

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