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Informationen zu Missbrauchsvorwürfen gegen einen Priester aus dem Bistum Dresden-Meißen

Die Sächsische Zeitung berichtet mit Datum vom 17.03.2021 von Missbrauchsvorwürfen gegen einen Priester des Bistums Dresden-Meißen („Pfarrer G.“), der nach Eintritt in den Ruhestand von 1994 bis zu seinem Tod im Jahr 2015 im emsländischen Werlte-Wieste gelebt hat. In den ersten Jahren nach seinem Zuzug war G. vor Ort als Ruheständler in der Seelsorge tätig, ohne jedoch einen Auftrag durch das Bistum Osnabrück zu haben. Aus gesundheitlichen Gründen zog sich G. dann zunehmend zurück.

Laut Zeitung wendeten sich zwei Verwandte des Priesters aus Sachsen erstmals im Jahr 2011 mit Missbrauchsvorwürfen gegen G. an das Bistum Dresden-Meißen. Das Bistum schaltete die Staatsanwaltschaft ein und leitete zugleich ein kirchenrechtliches Verfahren gegen den Beschuldigten ein. Um den zu diesem Zeitpunkt in Wieste lebenden Beschuldigten mit den Vorwürfen zu konfrontieren, wurde das Bistum Osnabrück Anfang 2012 um Amtshilfe gebeten.

Der damalige Osnabrücker Ansprechpartner für Missbrauchsopfer, Domkapitular Heinrich Silies, konfrontierte daraufhin in Begleitung einer Juristin den beschuldigten Priester mit den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. G. stritt jede Erinnerung an entsprechende Vorkommnisse ab. Silies informierte das Bistum Dresden-Meißen über das Ergebnis des Gesprächs und seine Einschätzung zur Person. Zu diesem Zeitpunkt lebte der Beschuldigte in Wieste bereits weitgehend isoliert, auch öffentliche Messen feierte er nicht mehr.

Im weiteren Verlauf des Jahres 2012 stellte die zuständige Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen G. wegen Verjährung der vorgeworfenen Straftaten ein.
Im Jahr 2013 wurde das Bistum Osnabrück erneut vom Bistum Dresden-Meißen um Unterstützung im Zusammenhang mit der damals noch laufenden kirchenrechtlichen Untersuchung gegen den Priester gebeten. G. verweigerte sich jedoch aller weiteren Gespräche mit Vertretern des Bistums Osnabrück.

Kurz nach den letzten Kontakten zog G. in ein Pflegeheim; er verstarb im Jahr 2015.

Dem Bistum Osnabrück lagen zum Zeitpunkt des Zuzugs von G. nach Wieste und auch in den Folgejahren bis zur Kontaktaufnahme durch das Bistum Dresden-Meißen keinerlei Hinweise auf Übergriffe durch G. oder Informationen über entsprechende Anschuldigungen vor.

Betroffene sexueller Gewalt können sich jederzeit an die unabhängigen, externen Ansprechpersonen im Bistum Osnabrück wenden:

Antonius Fahnemann (Landgerichtspräsident a.D.),
Telefon: 0800-7354120, E-Mail:
Irmgard Witschen-Hegge (Frauenärztin),
Telefon: 0800-0738121, E-Mail:

Di, 30. März 2021

Themen: Missbrauch | Schutzprozess
Abteilung: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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